Die Geschichte des Rolschter Brauhauses

Eine junge Brauerei mit einer über 200-jährigen Brautradition

Vom historischen Kommunbrauhaus in Cumbach über die bewegte Geschichte der Rudolstädter Brauwirtschaft bis zur ersten zertifizierten Bio-Brauerei Thüringens – das Rolschter Brauhaus verbindet Tradition, Handwerk und Leidenschaft.
Wer heute durch die Türen des Rolschter Brauhauses tritt, erlebt weit mehr als eine moderne Brauerei. Hier wird Bier nicht nur gebraut – hier lebt eine Geschichte, die über zwei Jahrhunderte zurückreicht.
Die Wurzeln unseres Brauhauses reichen bis in das Jahr 1826 zurück. Gleichzeitig steht das heutige Unternehmen für den erfolgreichen Neuanfang der Rudolstädter Brauwirtschaft nach der Wiedervereinigung. Aus diesen beiden historischen Linien entstand Schritt für Schritt das heutige Rolschter Brauhaus – ein junges Familienunternehmen mit einer außergewöhnlichen Geschichte.

Zeitreise durch unsere Geschichte

1826 | Erste urkundliche Erwähnung des Cumbacher Kommunbrauhauses
1877 | Exportbierbrauerei Cumbach entsteht
1886 | Einweihung des Marienturms
1930 | Kurt Wernicke übernimmt das Mariental
1991 | Ende der Bierproduktion in Rudolstadt
1995 | Gesamtvollstreckung der Pörzbrauerei
2004 | Gründung der Pörze Privatbrauerei KG
26.09.2006 | Eintragung der Marke „Rolschter“
2017 | Brand des historischen Saales
2018 | Umbau zur heutigen Schaubrauerei beginnt
02.06.2021 | Erstes CUMBACHER wird gebraut
2023 | Erste zertifizierte Bio-Brauerei Thüringens
2025 | Erweiterung des Sudwerks

1826 – Das Cumbacher Kommunbrauhaus

Bereits im Jahr 1826 wurde das Kommunbrauhaus in Cumbach erstmals urkundlich erwähnt. Es stand unmittelbar am Gänsebach und war Mittelpunkt des dörflichen Brauwesens.
Damals braute nicht jeder Haushalt selbst. Mehrere Brauberechtigte schlossen sich zu Braugemeinschaften zusammen und nutzten das Kommunbrauhaus nach einem festen Brauplan. Aus dieser Zeit stammt der bis heute bekannte Ausspruch:
„Immer der Reihe nach wie in Cumbach.“
Das fertige Bier wurde anschließend in den eigenen Häusern oder in Schankstätten ausgeschenkt. Die obere Gaststube des heutigen Gasthauses Mariental diente bereits damals als Brauereiausschank. 

Von der Dorfbrauerei zur Exportbierbrauerei

Mit der Industrialisierung wandelte sich auch das Brauwesen.
Spätestens 1877 betrieben Carl und Hermann Becker am Standort die Exportbier-Brauerei Rudolstadt-Cumbach. Das Unternehmen entwickelte sich erfolgreich und machte die Familie Becker weit über die Region hinaus bekannt.
Carl Becker liebte den Aussichtspunkt oberhalb des Brauhauses. Auf seine Initiative entstand dort 1886 der heutige Marienturm – bis heute eines der Wahrzeichen Rudolstadts. Auch das Mariental erhielt seinen Namen nach seiner Ehefrau Marie. 

Das Mariental – Seit Generationen ein Ort der Begegnung

Im Jahr 1930 erwarb Kurt Wernicke das Anwesen mit Gastwirtschaft und Saal.
Damit begann die inzwischen fast hundertjährige Verbindung der Familie Wernicke mit diesem historischen Ort.
Über Jahrzehnte entwickelte sich das Mariental zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Cumbachs. Hier wurde getanzt, gefeiert, musiziert und Vereinsleben gepflegt. Während des Zweiten Weltkriegs diente der Saal zeitweise als Lazarett und Unterkunft, später auch als Turnhalle.
Nach der Wiedervereinigung eröffnete Rainer Wernicke das traditionsreiche Gasthaus im Jahr 1992 erneut.

Die zweite Wurzel – Die Geschichte der Rudolstädter Brauwirtschaft

Die Geschichte des Rolschter Brauhauses beginnt nicht erst mit dem Brauen in Cumbach.
Ebenso wichtig ist die Entwicklung der Rudolstädter Brauwirtschaft nach der Wiedervereinigung.
1991 endete die Bierproduktion der traditionsreichen Pörzbrauerei. Vier Jahre später folgte die Gesamtvollstreckung des Unternehmens.
Doch damit endete die Geschichte nicht.
Der damalige Geschäftsführer Volker Spielmann führte den Getränkebetrieb zunächst weiter. Als er schwer erkrankte, holte er 2003 Rainer Wernicke als Geschäftsführer in das Unternehmen. Nach seinem Tod gründete Rainer Wernicke zum 1. Januar 2004 die Pörze Privatbrauerei KG und führte den Geschäftsbetrieb fort – immer mit dem Ziel, eines Tages wieder Bier in Rudolstadt zu brauen. 

Warum heißt das Brauhaus heute „Rolschter“?

Am 26. September 2006 wurde die Marke Rolschter beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen.
Die Marke entstand nicht als bloßer neuer Name. Sie steht für den bewussten Neuanfang eines eigenständigen Familienunternehmens.
Das heutige Rolschter Brauhaus versteht sich nicht als bloße Fortsetzung früherer Unternehmen, sondern als Ergebnis zweier historischer Wurzeln:

  • der Fortführung eines regionalen Geschäftsbetriebes,
  • der jahrhundertealten Brauhaus- und Gastwirtstradition in Cumbach.

Aus beiden Entwicklungen entstand etwas Neues: das Rolschter Brauhaus. 

Aus einem Brand entstand eine Vision

Ein schwerer Brand beschädigte 2017 den historischen Saal des Marientals erheblich.
Beim Wiederaufbau entstand eine neue Idee: Warum den Saal nicht gleichzeitig in eine moderne Schaubrauerei verwandeln?
Ab 2018 wurde der ehemalige Tanzsaal weitgehend in Eigenleistung zum heutigen Schalander umgebaut. Ziel war eine Brauerei, in der Besucher Bier mit allen Sinnen erleben können.

2021 – Bier kehrt nach Rudolstadt zurück

Am 2. Juni 2021 wurde das erste CUMBACHER eingebraut.
Zum ersten Mal seit 30 Jahren wurde damit wieder gewerblich Bier direkt in Rudolstadt hergestellt.
Für das Rolschter Brauhaus war dies weit mehr als die Inbetriebnahme einer Brauanlage – es war die Rückkehr einer alten Brautradition. 

Erste Bio-Brauerei Thüringens

Seit 2023 trägt das Rolschter Brauhaus als erste zertifizierte Brauerei Thüringens das Bio-Siegel.
Die Nachfrage nach den naturbelassenen Bieren der Reihe Rolschter Vergnügen entwickelte sich so positiv, dass bereits 2025 ein größeres Sudwerk mit modernen Drucktanks installiert wurde.
Heute verbindet das Rolschter Brauhaus traditionelles Brauhandwerk mit moderner Technik, regionalen Rohstoffen und nachhaltigem Wirtschaften. 

Unsere Philosophie

Geschichte allein macht noch keine Tradition.
Tradition entsteht durch Menschen, Verantwortung und Kontinuität.
Seit Generationen ist die Familie Wernicke mit Rudolstadt, Cumbach und dem Vogelschießen verbunden. Dieses langfristige Engagement bildet gemeinsam mit der historischen Brautradition den Kern des heutigen Rolschter Brauhauses.

Ein Brauhaus zum Erleben

Heute ist das Rolschter Brauhaus weit mehr als eine Brauerei.
Hier erleben Besucher:

Führungen durch den Schalander
Brauseminare
Verkostungen
regionale Bierkultur
handwerklich gebraute Bio-Biere
das historische Brauhausensemble in Cumbach

Denn gutes Bier erzählt Geschichten – und unsere Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.